Kosten/ Finanzierung eines Studiums in Deutschland

Den Finanzierungsnachweis braucht man, weil nach dem Aufenthaltsrecht davon ausgegangen wird, dass ausländische Studierende ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren können. Deshalb dürfen Sie während eines Aufenthalts nach § 16 AufenthG, also während sie eine Aufenthaltserlaubnis nach § 16 AufenthG zum Zweck des Studiums besitzen, auch grundsätzlich keine staatlichen Unterstützungsleistungen beziehen.
Zum Nachweis Ihres Lebensunterhalts müssen Sie der Ausländerbehörde darlegen, aus welchen Quellen Sie Ihr Studium finanzieren. Als Mindestsumme gilt der Höchstförderbeitrag nach dem Bundesgesetz über individuelle Förderung der Ausbildung, derzeit 720 Euro/Monat. Diese monatliche Summe müssen Sie für den gesamten Zeitraum, für den Sie Ihre Aufenthaltserlaubnis beantragen, nachweisen, also in der Regel für mindestens ein Jahr, was einer Summe von 8,700 Euro/Jahr entspricht.
Als Finanzierungsnachweis können dienen:

  • Eine Verpflichtungserklärung, in der sich jemand gegenüber der Ausländerbehörde verbürgt, für alle Kosten aufzukommen, die dem deutschen Staat eventuell durch den Aufenthalt eines Ausländers entstehen können. Eine Verpflichtungserklärung kann von allen Personen abgegeben werden, die sich dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland oder in der EU aufhalten. Der/Die Bürgende muss dabei seine/ihre Einkünfte nachweisen. Er/Sie darf nicht von der Sozialhilfe leben und muss so viel Geld verdienen, dass er/sie seinen/ihren eigenen Lebensunterhalt bzw. seine/ihre Familie und die/den ausländische/n Student/in finanzieren kann. Eine Verpflichtungserklärung, die für das Einreisevisum abgegeben wurde, gilt für fünf Jahre. Anschließend kann eine weitere Verpflichtungserklärung abgegeben werden. Ein weiterer Finanzierungsnachweis ist neben einer Verpflichtungserklärung nicht erforderlich.
  • Ein Nachweis über die Einkommensverhältnisse der Eltern. Unter Umständen muss man nachweisen können, wie man das Geld erhält (z.B. Kontoauszüge mit entsprechenden Überweisungen).
  • Unter Umständen kann man auch die durch eine arbeitserlaubnisfreie Beschäftigung an 120 bzw. 240 halben Tagen (siehe Nr. 3.2.1 in der Informationsbroschüre für internationale Studierende der Stadt Hamburg) erzielten Einkünfte mit als Finanzierungsnachweis nutzen (Arbeitsvertrag vorlegen). Die Anerkennung liegt jedoch im Ermessen der jeweiligen Ausländerdienststelle.
  • Ein eigener Kontoauszug, aus dem deutlich wird, dass man genug Geld hat, um sich für die Zeit der beantragten Aufenthaltserlaubnis zu finanzieren.
  • Hinterlegung einer jährlich zu erneuernden Bankbürgschaft.

Sie können diese verschiedenen Nachweise auch kombinieren. Weitere Informationen finden Sie beim Deutschen Studentenwerk.

Die Teilnahme an den Kursen des Studienkollegs selbst ist kostenfrei. Nur für die Nutzung der Einrichtungen der Universität, die Fahrt mit den Bahnen und Bussen in Hamburg müssen Sie einmal pro Halbjahr Semesterbeiträge bezahlen.

Die Studierenden des Studienkollegs werden an der Universität Hamburg immatrikuliert (eingeschrieben) und müssen ebenso wie die Studentinnen und Studenten der Universität am Beginn jeden Semesters (zwei Mal im Jahr) einen Semesterbeitrag bezahlen. Dafür dürfen die Studierenden des Studienkollegs die Einrichtungen der Universität – etwa Mensa, Bibliotheken, Rechenzentrum – benutzen und erhalten einen Studentenausweis, der bei vielen Gelegenheiten zum Kauf verbilligter Eintrittskarten (Theater u. a.) berechtigt. Im Semesterticket enthalten ist auch die Fahrkarte für den Hamburger Verkehrsverbund (HVV), so dass Sie alle Bahnen und Busse in Hamburg und im nahen Umland kostenfrei benutzen können.

Der Abschluss einer Versicherung ist zwingend erforderlich. Sie können sich entweder als Schüler bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichern lassen (Kosten: ca. 90 € im Monat) oder bei einer privaten Krankenversicherung. Sollten Sie sich für eine privaten Krankenversicherung entscheiden, muss bei der Beantragung der Aufenthaltserlaubnis die Prüfung des ausreichenden Versicherungsschutzes im Krankheitsfall (Anlage 7) durch das Versicherungsunternehmen unterschrieben vorgelegt werden.

Neben diesen studiumbezogenen Kosten müssen Sie mit monatlichen Lebenshaltungskosten von durchschnittlich 630 Euro rechnen. Etwa ein Drittel davon entfällt auf die Miete für ein Zimmer in einem Studentenwohnheim oder für ein privat angemietetes Zimmer.

Studierende am Studienkolleg können Schülerbafög beantragen, wenn sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen.
Diese Voraussetzungen sind grundsätzlich erfüllt, wenn Sie die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Aber auch viele Ausländer/innen sind BAföG-berechtigt, wenn sie eine Bleibeperspektive in Deutschland haben und bereits gesellschaftlich integriert sind. Dies sind beispielsweise Personen mit einem Daueraufenthaltsrecht nach dem Freizügigkeitsgesetz/EU, einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG oder einer Niederlassungserlaubnis.

Zuständig ist das
Bezirksamt Hamburg Mitte
Fachamt für Grundsicherung und Soziales
Amt für Ausbildungsförderung (für Auszubildende und Schüler/innen)
Caffamacherreihe 1 – 3
20355 Hamburg
Telefon: 040 / 42854 – 4837
Fax: 040 / 44279 – 08033
E-Mail: bafoeg@hamburg-mitte.hamburg.de
Öffnungszeiten:
Di. und Do. 8:30 – 16:00 Uhr

Leistungsstipendien für ausländische Studierende der Universität Hamburg

Die Universität Hamburg unterstützt leistungsstarke ausländische Studierende durch Leistungsstipendien. Bewerber müssen gute bis sehr gute Leistungen im Studium nachweisen sowie bereit sein, sich aktiv mit zwei bis vier Stunden pro Semesterwoche für die Internationalisierung der Universität Hamburg einzusetzen.

Leistungsstipendien für ausländische Studierende der TUHH

Die Technische Universität Hamburg (TUHH) unterstützt leistungsstarke ausländische Studierende durch Leistungsstipendien für zwölf Monate.
Voraussetzungen:

  • Die Studienleistungen liegen deutlich über dem Durchschnitt der jeweiligen Vergleichsgruppe (Master, Bachelor).
  • Die Antragsteller haben mindestens ein Semester an der TUHH studiert und während dieser Zeit Studien- und Prüfungsleistungen erbracht.

Leistungsstipendien für ausländische Studierende der HAW Hamburg

Leistungsstipendien für ausländische Studierende der HAW

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg unterstützt leistungsstarke ausländische Studierende im zweiten Studienjahr durch Leistungsstipendien in Höhe von max. 400 Euro monatlich für fünf Monate.
Voraussetzungen:

  • Einschreibung als Bachelor-Student/in der HAW Hamburg
  • Hochschulzugangsberechtigung aus dem Ausland und/oder
  • erfolgreicher Besuch eines deutschen Studienkollegs
  • gute Leistungen im ersten Studienjahr
  • kein Anspruch auf BAföG
  • kein Design-Studium

Auch für Nicht-EU-Ausländer gibt es einige Stipendienprogramme. Oft werden nur Studentinnen und Studenten mit besonders guten Leistungen unterstützt. In einigen Fällen ist eine Förderung erst im Hauptstudium möglich. Einen Überblick finden Sie in der Stipendiendatenbank des DAAD.

Das Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) berät und fördert Flüchtlinge, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, jüdische Immigrantinnen und Immigranten sowie zu diesem Personenkreis nachgereiste Ehegatten und Kinder unter 30 Jahren durch das Angebot Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule. Neben einer finanziellen Unterstützung können sie dadurch auch Sprach- und Vorbereitungskurse besuchen, sowie sich bei der Studien- und Berufswahl und bei Bewerbungs- und Zulassungsverfahren beraten lassen. Mehrere Infos sowie das Anmeldeformular sind auf der Webseite https://www.cjd-hamburg.de/angebote/bildungsberatung-garantiefonds-hochschule/ auffindbar.